Chronik

Freiwillige Feuerwehr Niederelbert

Die ehemalige Pflicht-Feuerwehr

Über die Zeit vor der Gründung der freiwilligen Feuerwehr finden sich nur wenige Angaben.
Im Jahre 1823 gehörte Niederelbert zum Spritzenbezirk Untershausen, wo ein neues
Spritzenhaus erbaut worden war und wohin man Jahr für Jahr einen Beitrag zahlen musste.
1816 wurde eine neue Brandleiter und 1823 die besagte neue Feuerwehrspritze angeschafft.
Vorhanden waren in Niederelbert 3 Feuerleitern, 2 Feuerhacken, 50 Feuereimer, alle in gutem
Zustand. Vermutlich um 1894 wurde links von der alten Schule ein Spritzenhaus mit Schulabort
gebaut; darüber war das „Bullesje“: ein Raum zum Einsperren von Halunken, womit man
auch die Kinder ängstigte. Ein Feuerleiterhäuschen stand bis in die 20er Jahre rechts neben der
Kapelle am Weg zur alten Schule. Zumindest von 1914 bis 1920 hielt Peter Altmann die
Feuerlöschgeräte in Ordnung.
1918 war bei Andreas Müller ein Brand zu löschen.

Freiwillige Feuerwehr Niederelbert
Nachdem im März 1925 Bürgermeister Peter Neuroth erstmalig eine Pflichtfeuerwehr
aufgestellt hatte, stellte sich heraus, dass die vorhandenen Feuerlöschgeräte unzureichend
waren. 18 Männer taten sich zunächst zusammen, und im Juni 1925 wurde daher unter
Leitung von Brandmeister Jakob Berkessel eine freiwillige Feuerwehr gegründet.
2. Kommandant wurde Georg Gerlach, Gruppenführer Adam Höber.
Bei der Gründungsversammlung trugen sich über 125 Männer in die Mitgliederliste ein.
Obwohl die Gemeindevertretung schon im ersten Jahr die Wehr wohlwollend mit 1500 Mark
unterstützte, mussten die Feuerwehrleute außer ihrem persönlichen Einsatz beträchtliche
finanzielle Opfer bringen, um die Wehr aufzubauen. Gleich 1926 kaufte man 50 m neue
Feuerwehrschläuche, weitere 1929. 1927 wurde von ihnen die alte Kapelle im Hand- und
Spanndienst mit einem Zuschuss der Nassauischen Brandkasse für die Aufbewahrung der
Feuerlöschgeräte umgebaut. 1929 waren 52 Feuerwehrleute aktiv.
Natürlich durfte die Geselligkeit nicht fehlen. 1926 lud man erstmals zu einer Tanzmusik ein.
1927 gründete man den Spielmannszug. Hinzu kamen in der Nachkriegszeit eigene
Theateraufführungen.
1935 legte Jakob Berkessel aus Altersgründen sein Amt nieder.
Der 2. Kommandant Georg Gerlach rückte nach und führte die Wehr bis 1945 in sechs
Brandeinsätzen. Die alte Feuerspritze wurde 1941 für 2000 RM nach Untershausen verkauft.
Adam Höber löste Georg Gerlach 1945 ab und blieb Wehrführer bis 1959. 1952 und 1963
bestand die aktive Feuerwehr aus 30 Mann. Sie besaß 1 Motorspritze TS 4, 1 Schiebeleiter,
Schlauchwagen, Stand- und Strahlrohre. Alarmiert wurde durch Hornsignale (Hornist Adam
Lenz) und Glockengeläut. Der Schlauchwagen wurde vom Traktor des Müllermeisters Josef
Müller gezogen.

Aktenkundig sind in den Folgejahren folgende Anschaffungen:
1956 neue Motorspritze
1958 Tragkraftspritzengerät
1967 Tragkraftspritzenfahrzeug Typ Ford Transit
1969 Kauf von 210 m Feuerwehrschlauch
1969 (und 1974) neue Uniformen für den Spielmannszug
Die insbesondere in den letzten Jahren aus dem Vereinsvermögen bzw. durch Spenden
finanzierten Anschaffungen (Pressluftatmer, Funkgeräte, Stromerzeuger usw.), die sicher zu
einer erheblichen Verbesserung der Einsatzmöglichkeiten der Wehr geführt haben, zeigen,
dass nicht nur hohe Investitionen im Spielmannszug (Anschaffung von Uniformen und
Geräten) getätigt wurden, sondern auch die Feuerwehr über das übliche Maß hinaus
ausgerüstet wurde. 1993 übergab Heinz Reusch, 1. Beigeordneter der Verbandsgemeinde, der
Niederelberter Wehr ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug auf VW LT 31.
Im Jahre 2001 wurde durch den Förderverein ein Mannschaftstransportfahrzeug beschafft und 2012 durch einen gebrauchten Ford Transit ersetzt. Dieser wurde durch die Aktiven der Feuerwehr zum Einsatzfahrzeug umgebaut.
Diese dient zur Unterstützung der Bambini- und Jugendfeuerwehr in ihrer Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen aber auch der aktiven Wehr bei Einsätzen und Übungen zum Transport von Einsatzgerätschaften und Personal.
Im Jahre 2011 wurde mit Unterstützung der Ortsgemeinde ein Wassersauger beschafft um bei den immer zahlreicherer werden Einsätzen mit Wasserschaden gerecht werden zu können.

Bis 1969 oblag die Führung des gesamten Vereins dem jeweiligen Wehrleiter. Mit dem
Rücktritt von Josef Höber entschloss sich der damalige Vorstand zu einer Umstrukturierung.
Aufgrund der Größe des Vereins mussten die Arbeiten aufgeteilt werden. Die Satzung wurde
geändert, und man richtete die Funktion des 1. und 2. Vorsitzenden ein. Das Amt des 1.
Vorsitzenden übernahm 1969 Paul Frink, der gleichzeitig die Funktion des
Spielmannszugführers wahrnahm. Wehrführer wurde Josef Müller.
Als 1972 die Aufgaben des Brandschutzes von der Ortsgemeinde auf die Verbandsgemeinde
übergingen, nahm man erneut eine Satzungsänderung vor. Der Verein wurde ins
Vereinsregister eingetragen. Er erhielt den Namen „Spielmannszug / Freiwillige Feuerwehr
Niederelbert e.V.“. In der Satzung wurde festgehalten, dass Mitglieder des Spielmannszuges
auch gleichzeitig Mitglieder der Feuerwehr sind. Man konnte sich so die Gründung eines
„Fördervereins“ der Feuerwehr aufgrund der geänderten Gesetzeslage ersparen. Ziele des
Vereins waren nach wie vor die Sicherung des Bestandes der aktiven Feuerwehr und des
Spielmannszuges.
Die Feuerwehrhalle in der alten Kapelle baute man 1969 um.
Als die Landwirtschaft zum erliegen kam und die Sozialbrache um sich
griff, wurde man 1970 auch zum Abbrennen der brachliegenden Felder
gerufen. Bei einer Gemeinschaftsübung 1972 löschte man mit 9 Wehren
die „brennende Schule“.
Seit 1977 wird der Martinszug von der Feuerwehr ausgerichtet. Weihnachtsbaum –
Einsammelaktionen erbrachten im ersten Jahr (1982) 520 DM, im Jahre 1998 – 2600 DM für
wohltätige Zwecke.
Im Jahre 1993 wurde eine Partnerschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr der Partnergemeinde
Heuthen besiegelt.
Größere Brände innerhalb Niederelberts musste man 1979 im Hause Weyand, Äußerer Weg,
im Hause Gerlach, Mittelstraße, im Juni 2ooo einen Dachstuhlbrand bei der Fam. Hünermann
und im Januar 2007 einen Kellerbrand im Jugendheim löschen. Den bisher größten Brand galt
es allerdings in der Nacht vom 7. auf den 8. April 1995 zu löschen, als etwa 160 Wehrleute
aus 11 Feuerwehren einen Großbrand in der Elberthalle bekämpfen mussten, durch den diese
völlig zerstört wurde. Bei Großbränden außerhalb von Niederelbert wurde die Feuerwehr im
Jahre 2000 zur Fa. Bellersheim nach Boden gerufen, 2002 nach Welschneudorf beim einem
Brand einer Reithalle, 2007 zum Brand der Raststätte in Heiligenroth und 2009 zu einem
Wohnhausbrand nach Welschneudorf.
Heute zählt der Verein 232 Mitglieder. Davon gehören 27 Mann zur
aktiven Wehr, 7 Mann zur Alterskameradschaft und 12 Jugendliche zur Jugendfeuerwehr.
Seit Anfang 2012 arbeiten wir am Aufbau einer Bambini-Feuerwehr. Sinn ist es, den Kindern spielerisch das Thema Feuerwehr zu vermitteln. Das Angebot ist gedacht für Kinder ab dem Vorschulalter (5-6 Jahre) bis zum Eintritt in die Jugendfeuerwehr (mit 10 Jahren). Nähere Infos folgen.

Die Vorsitzenden des Fördervereins ab 1969:
1969 – 1979 Paul Frink
1979 – 1987 Ludwig Schorz
1987 – 2002 Bernd Neuroth
2002 – 2005 Uli Roth
2005 – 2006 Giedo Giesen
2006 – 2007 Stefan Weyand
2007 – 2011 Klaus-Dieter Nauroth-Fein
2012 – weiter Uli Roth

Ortsbrandmeister bzw. Wehrführer waren bzw. sind:
1920 – 1924 Peter Altmann
1925 – 1934 Jakob Berkessel
Stellvertreter Georg Gerlach
1935 – 1945 Georg Gerlach (während des Krieges zeitweise
Pflichtfeuerwehr unter Valentin Schaaf)
1945 – 1957 Johann Adam Höber (1950 für 50 DM)
1957 – 1963 Wehrleiter Peter Gerlach
1964 – 1968 Wehrleiter Josef Höber
1969 – 1980 Wehrführer Josef Müller
1980 – 1985 Wehrführer Erwin Kilian
1985 – 2005 Wehrführer Giedo Giesen – Stellvertreter Roland Becker
2005 – 2010 Wehrführer Uli Roth – Stellvertreter Wolfgang Höber
2010 – 2015 Wehrführer Patrick Weyand – Stellvertreter Wolfgang Höber
2015 – 2017 Wehrführer Patrick Weyand – Stellvertreter Sascha Berkessel               2017 –          Wehrführer Simon Brömel – Sellvertreter Sascha Berkessel

 

Jugendfeuerwehr
Gegründet 15.02.1996

Bambinifeuerwehr
Gegründet 01.08.2012

Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Niederelbert
Die kameradschaftliche Verbundenheit innerhalb der noch jungen Freiwilligen Feuerwehr
führte im Jahre 1927 zur Gründung eines Spielmannszuges. Die Feuerwehrkameraden Johann
Schwickert, Christian Maier, Steinebach, Adolf Höber, Adam Höber und Josef Kirschey,
meist alte Militärmusiker bildeten junge Kameraden als Spielleute aus. Erster Stabführer
wurde Johann Schwickert.
1942 sah man sich gezwungen, die Aktivitäten ruhen zu lassen. 1946 begann der
Wiederaufbau, die Stabführung übernahm Karl Winkler. Ende der 50er Jahre wurde Helmut
Staib Nachfolger von Karl Winkler. Im Jahre 1962 konnte der aus nunmehr 30 Spielleuten,
darunter 12 Jugendliche bestehende Spielmannszug zum 35 jährigen Jubiläum zu einem
großen Freundschaftstreffen der Musik-, Spielmanns- und Fanfarenzüge einladen. Fünf Jahre
später feierte man das 40jährige Jubiläum mit Fackelzug und einem Konzert im Festzelt.
1966 übernahm Werner Ferdinand die Stabführung und Ausbildung des Spielmannszuges.
Unter seiner Leitung konnte das musikalische Niveau ständig verbessert werden. Die Erfolge
waren durch gute Platzierungen bei Wettstreitbesuchen sichtbar.
Die Nachfolger Werner Ferdinands, die Stabführer Norbert Diedert und Edelbert Dennebaum
und der Ausbilder und Dirigent Peter Dommermuth konnten diese Arbeit erfolgreich
fortführen.
Ungewöhnlich viele große Erfolge bei Wettstreitbesuchen in der Sonder- und Konzertklasse
waren in den siebziger und Anfang der Achtziger Jahre zu verzeichnen.
Immer wieder wurden 1. und 2. Plätze in den höchsten Klassen belegt. Beim Jubiläumsfest
zum 50jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr 1975 präsentierten sich über 30
Spielmanns- und Fanfarenzüge in einem festlichen Niederelbert. Ab 1979 war Winfried
Diedert Dirigent und Ausbilder des Spielmannszuges. Auch unter seiner Leitung konnte das
hohe musikalische Niveau lange gehalten werden. Ein Höhepunkt wurde erreicht, als bei
einem Wettstreit in Frankfurt-Flörsheim 1981 der damals amtierende Deutsche Meister
Reiskirchen in den beiden höchsten Spielklassen geschlagen werden konnte. 1985 wurde das
60 jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Unter anderem wurden ein Wettstreit für Spielmanns-,
Fanfaren- und Musikzüge veranstaltet. Ca. 25 teilnehmende Vereine sorgten wiederum für
einen festlichen Rahmen. Anfang der 90er Jahren wurde es aufgrund einer hohen Fluktuation
der aktiven Mitglieder immer schwieriger das hohe Niveau zu halten. Auch wurde es immer
schwieriger Jugendliche an das hohe Niveau heranzuführen. In der Zeit fiel es auch aufgrund
des vielfältigen Angebotes, das Kindern und Jugendlichen zur Verfügung steht, immer
schwerer, neue Mitglieder für die Spielmannsmusik zu begeistern.
Der Spielmannszug stellte daraufhin leider Ende 1995 seinen Spielbetrieb ein.